Das Vereinlogo von Borussia Dortmund., © Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

Watzke sieht Borussia Dortmund weiter im Krisenmodus

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke hat die Corona-Pandemie als größte Herausforderung für Borussia Dortmund seit der Beinahe-Insolvenz in der Spielzeit 2004/2005 bezeichnet. «Damals haben wir in den Abgrund geguckt. Und das ist mir vor drei Jahren noch einmal passiert», sagte der Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH und Co. KG am Montag auf der Hauptversammlung in der Dortmunder Westfalenhalle.

Watzke erinnerte die Aktionäre an den Kurs des BVB-Papiers mit über 10 Euro von vor der Pandemie. Am Montag lag der Wert bei rund 3,50 Euro. «Wir mussten drei Jahre im Krisenmodus agieren. Und der Krisenmodus hält wegen der Energiekrise und des Ukraine-Krieges an», sagte Watzke. Bei der Pandemie habe er aber die Hoffnung, «dass das jetzt erledigt ist».

Der Verein habe dank einer Kapitalerhöhung keine Finanzverbindlichkeiten, obwohl die Pandemie über 150 Millionen Euro in der Bilanz gekostet habe, sagte der Geschäftsführer. Wegen der durch Corona schwierigen Finanzsituation erhalten die Aktionäre nach dem Geschäftsjahr 2021/2022 (Stichtag 30. Juni) bei einem Umsatz von 456,8 Euro und einem Minus von 35 Millionen Euro erneut keine Dividende.

Erstmals nach zwei Jahren und der Corona-Pandemie kamen die Aktionäre des Fußball-Bundesligisten wieder in Präsenz in der Westfalenhalle zusammen. In der Aussprache gab es Lob für Watzke, der sich in der Hochphase der Corona-Pandemie der gesellschaftlichen Diskussion gestellt und sich für die Fortsetzung des Spielbetriebs auch mit Geisterspielen stark gemacht habe. Aktionärsschützer bezeichneten die fehlende Dividende als «bittere Pille». Die Entscheidung sei aber durchaus nachvollziehbar. Die Frage sei aber, wann es wieder eine Dividende für die Aktionäre geben werde.

Finanzvorstand Thomas Tress kündigte an, dass der Verlust im laufenden Geschäftsjahr 2022/2023 auf Null gebracht werden soll. Ein Jahr später sollen dann wieder Überschüsse erwirtschaftet werden. «Dann sollen auch wieder Dividende gezahlt werden», sagte Tress den Aktionären.

Die Pandemie hat dem Fußball-Bundesligisten schwer zu gesetzt. Nach Spielzeiten mit einem leeren oder zur zum Teil mit Zuschauern gefüllten Stadion hat Borussia Dortmund in den beiden zurückliegenden Geschäftsjahren ein Minus von 72 Millionen beziehungsweise 35 Millionen Euro verbucht. Bei jedem Geisterspiel ging dem Verein Einnahmen von drei bis vier Millionen Euro verloren. Außerdem war die Mannschaft in der Saison 2021/2022 früh aus der Champions League ausgeschieden. So gab es zusätzlich weniger Gelder aus der TV-Vermarktung.