Christian Streich, Cheftrainer des Sportclub Freiburg., © Philipp von Ditfurth/dpa

Endspurt nach Europa? Freiburgs verheißungsvoller Auftakt

Der Auftakt war schon mal verheißungsvoll. Und auch das Restprogramm dürfte so manchem Fan des SC Freiburg Hoffnung auf eine gelungene Abschieds-Tournee von Trainer Christian Streich machen. Mit Ausnahme des kommenden Gegners RB Leipzig treffen die Badener in den verbleibenden Saisonspielen nur noch auf Teams, die in der Tabelle der Fußball-Bundesliga aktuell hinter ihnen liegen. Führt Streich den SC zum krönenden Abschluss seiner Ära womöglich ein drittes Mal in Serie in den Europapokal? Nach dem 3:0 bei Borussia Mönchengladbach sind die Chancen gestiegen.

«Es wäre wirklich schön, wenn wir in den letzten Spielen noch den einen oder anderen Punkt holen und das ordentlich zu Ende bringen. Das wäre mein größter Wunsch», sagte der im Sommer scheidende Kult-Trainer der Breisgauer über das Saisonfinale. Siebenmal wird Streich noch als Chefcoach des SC auf der Bank sitzen – dann ist Schluss.

Spieler wollen auch für Streich siegen

Den ersten Stadionauftritt nach seiner Abschieds-Ankündigung hatte der 58-Jährige am Samstag sichtlich genossen. Streich herzte seine Spieler, lachte viel, sprach im Kabinengang mit alten Freunden und fühlte sich rundum wohl. Es sei nicht anders gewesen, meinte er nach der überraschend deutlich gewonnenen Partie in Mönchengladbach. Aber ihm sei schon bewusst geworden wie extrem die Anspannung ist und wie viel Energie das alles kostet. Sein Team erleichterte es mit dem starken Auftritt im Borussia-Park ein bisschen.

Die Spieler werden sich für Streich im Endspurt der Saison mächtig ins Zeug legen. Das versprach auch der Österreicher Michael Gregoritsch, der nach seinem Dreierpack im Länderspiel gegen die Türkei auch den Freiburger Führungstreffer bei der Borussia erzielt hatte. «Jetzt geht es darum, dass wir dem Trainer diese letzten Wochen so schön wie möglich machen. Und wir wissen alle, dass das mit Siegen am besten geht», sagte er.

Europapokalplätze im Visier

Auch die Punktverluste unmittelbarer Konkurrenten haben die Freiburger Chancen auf einen erneuten internationalen Startplatz wieder erhöht. «Das gibt uns zusätzliche Motivation für die nächsten Wochen. Wir wollen bei der Musik dabei bleiben», sagte Kapitän Christian Günter. Offensivmann Merlin Röhl, der das zwischenzeitliche 2:0 erzielt hatte, meinte zu einer möglichen Europapokal-Teilnahme: «Wir haben noch ein paar Spiele vor uns, wenn wir die erfolgreich bestreiten, ist das auf jeden Fall ein Thema.»

Der Punkte-Dreier aus dem ersten seiner acht letzten Spiele als SC-Coach könnte für Streich der Auftakt einer erfolgreichen Serie bis zum Saisonende gewesen sein. In Gladbach hat man das einst vorgemacht. Jupp Heynckes gewann auf seiner ersten Trainerstation mit der Borussia die letzten zehn Saisonspiele einst allesamt. So viele Siege im Endspurt kann Streich zwar nicht mehr schaffen – aber acht würden für den Europapokal gewiss genügen.

Quelle: dpa