Neue Bahnschwellen für den Wiederaufbau liegen neben dem gesperrten Streckenabschnitt der Bahnstrecke Köln - Trier bei Kall., © Oliver Berg/dpa

Eifelbahn nächstes Frühjahr durchgängig befahrbar

Fast zwei Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser dauert der Wiederaufbau der Eifelbahn noch an. Derzeit werde der zehn Kilometer lange Abschnitt zwischen Kall und Nettersheim im Kreis Euskirchen bearbeitet, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag mit.

Nachdem auf der im Tal verlaufenden, durch die Flut schwer beschädigten Trasse die Schienen, Schwellen sowie Schotter entfernt wurden, müssen nun stellenweise Untergrund und Bahndämme verstärkt werden. Diese Arbeiten seien nicht absehbar gewesen, aber zwingend erforderlich, erklärte die Bahn.

Dadurch verzögert sich die ursprünglich zum Jahresende geplante Inbetriebnahme der Strecke. Die Arbeiten sollen im zweiten Quartal 2024 beendet sein. «Anschließend können die Züge dann wieder auf der gesamten Eifelstrecke fahren», erklärte die Bahn.

Der Kreis Euskirchen erklärte, die erneute Verzögerung der Inbetriebnahme des Streckenabschnitts zwischen Kall und Nettersheim sei zwar auf Grund der zusätzlichen Arbeiten verständlich, aber für die Bürgerinnen und Bürger enttäuschend. «Wir hoffen, dass die Deutsche Bahn alle Möglichkeiten ausschöpft, die Wiederherstellung der durch die Flut zerstörten Strecken zu beschleunigen», sagte Achim Blindert, der Allgemeine Vertreter von Landrat Markus Ramers.

Die 165 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Köln und Trier wird vor allem von Pendlern und Touristen genutzt. Die touristischen Betriebe in der Region hoffen auf baldige Fertigstellung. Es sei sehr wichtig, dass Gäste und Besucher besonders an den Wochenenden mit dem ÖPNV ohne Auto anreisen können, sagte eine Mitarbeiterin von Nordeifel Tourismus in Kall. «Wir hoffen, dass die Zugverbindung von Köln nach Trier möglichst bald wieder durchgängig befahrbar ist.» Die Eifel ist bei Fahrrad- und Wandertouristen sehr beliebt.

An dem Teilstück zwischen Kall und Nettersheim an der Grenze zu Rheinland-Pfalz liegen unter anderem rund 30 000 Tonnen Schotter, der vom Hochwasser verschmutzt wurde. Diese Steine werden mit Hilfe einer mobilen Schotteraufbereitungsanlage wieder nutzbar gemacht. Diese Lösung sei nachhaltiger und spare Zeit, erklärte die Bahn.

Der Kreis Euskirchen war besonders getroffen von der Jahrhundertflut. Von den 49 Hochwasser-Toten in NRW kam mehr als die Hälfte aus dieser Region in der Eifel.