Bei der Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen Deutscher Bahn (DB) und der UEFA zur Europameisterschaft 2024 wird der originale EM-Pokal und ein entsprechend gestalteter ICE vorgestellt., © Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Bahn und Verkehrsverbünde verstärken Angebot und Personal

In NRW rüsten sich Bahn und Verkehrsverbünde mit der Ausweitung des Fahrplanangebots und zusätzlichem Personal für die bevorstehende Fußball-EM. Um den erwarteten Fanansturm zu bewältigen, setzen die Deutsche Bahn (DB) sowie der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Sonderzüge ein, wie die Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten.

Eine zusätzliche EM-Sonderlinie im Nahverkehr verbindet die vier NRW-Spielorte Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Dortmund vom 14. Juni bis 14. Juli. 16 zusätzliche Fahrten gebe es durch diese Sonderlinie täglich pro Richtung, so die Bahn. Sonderzüge kommen auch im Fernverkehr zum Einsatz. Jeden Tag fahren nach Angaben der DB 180 Fernverkehrszüge mit insgesamt 110.000 Sitzplätzen Düsseldorf an. Köln kommt auf 240 Züge mit 140.000 Sitzplätzen, Dortmund auf täglich 140 ICEs mit 90.000 Sitzplätzen.

Verkehrsminister: Mit Nahverkehrsangebot als guter Gastgeber zeigen

«Wir sind zur EM gut aufgestellt, haben uns vorbereitet auch mit personellen Verstärkungen. Es gibt zusätzliche Angebote, gerade zwischen den Stadien, so dass die Fans hier gut reisen können», sagte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) am Rande der Eröffnungsfeier für den Dortmunder Hauptbahnhof. Pünktlich zur EM sind dort umfangreiche Modernisierungsarbeiten abgeschlossen. Nordrhein-Westfalen wolle zeigen, dass es ein gutes Gastgeberland sei, unterstrich er.

Viele Baustellen, der Fachkräftemangel und nicht zuletzt Streiks im Bahnverkehr hatten für Bahnreisende in NRW zuletzt immer wieder für Einschränkungen gesorgt. Laut Qualitätsbericht für den Nahverkehr auf der Schiene war 2023 jeder siebte Zug ausgefallen. So optimistisch er auch sei, dass es gelingen werde, Fans mit dem ÖPNV zu transportieren, sei durch eine EM «noch nicht alles gut», räumte Krischer ein. «Wir werden noch – und das ist sicherlich die unangenehme Botschaft – über viele Jahre mit Baustellen zu tun haben». Das Netz sei «über Jahrzehnte vernachlässigt worden. Das holen wir jetzt mit der Bahn nach», so Krischer.

Mehr Sicherheitsteams und Freiwillige

Auch im Umfeld der Stadien und Fanfeste sind während der EM zahlreiche Zusatzfahrten und eine höhere Taktung geplant, erklärten VRR und VRS. Dadurch sollen Fans auch in den Randzeiten gut zu Stadien oder Public Viewing hin- und zurückkommen. Darüber hinaus setzen die Verkehrsverbünde zusätzliche Zugteile ein, um mehr Sitzplätze zu bieten. Man bemühe sich darum, das Maximum an Fahrzeugkapazitäten bereitzustellen, erklärte ein VRS-Sprecher.

Für die Sicherheit wird die Zahl der Sicherheitsteams an den Bahnhöfen während der EM erhöht. An Spieltagen seien 60 Sicherheitskräfte verteilt auf 15 Viererteams unterwegs, um Kundenbetreuer und Bundespolizei zu unterstützen, teilte das Verkehrsministerium mit. Daneben begleiten in NRW bis zu 450 Freiwillige, die in Schulungen vorbereitet wurden, in Bussen und Bahnen Fans und Fahrgäste. Die DB stockt ihren Pool an Sicherheitskräften an Bahnhöfen und in Zügen nach eigenen Angaben zusätzlich um rund 20 Prozent auf.

EM-Eintrittskarte als ÖPNV-Ticket

Außerdem setzt sie an den Bahnhöfen Köln, Düsseldorf, Dortmund und Gelsenkirchen knapp 80 zusätzliche mehrsprachige sogenannte Reiselenker ein. Diese sollen Fans und Besucher bei der Orientierung im und rund um den Bahnhof unterstützen. Weitere Mitarbeiter sollen internationalen Fans an sogenannten «Welcome Desks» helfen. Um Störungen an Rolltreppen und Aufzügen schnell zu beheben, sind zudem zusätzliche Techniker im Einsatz.

Für internationale Fans hat der VRS seine App um weitere Sprachen ergänzt – darunter ungarisch, slowenisch und rumänisch. Jedes Ticket für ein EM-Spiel gilt automatisch als 36-Stunden-Ticket im gesamten Verkehrsverbund des Austragungsortes. In NRW finden 20 der 51 EM-Spiele statt, darunter neben Vorrundenspielen auch jeweils ein Achtelfinale an jedem der vier NRW-Spielorte sowie ein Viertelfinale in Düsseldorf und ein Halbfinale in Dortmund.

Quelle: dpa