Barocke Special Effects im Wallraf-Richartz-Museum

Im Barockzeitalter war man von Foto und Film noch Jahrhunderte entfernt, und doch gab es schon optische Trickapparatur, die man als Vorläufer der heutigen Special Effects betrachten könnte. Guckkästen und Perspektivtheater vermittelten dem Nutzer mit Linsen und Licht ein farbiges 3D-Erlebnis. Da konnte man dann zum Beispiel Naturkatastrophen wie Erdbeben anschaulich nacherleben. In einer Welt fast ohne Bilder – es gab nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Reproduktion – muss das spektakulär gewirkt haben. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln stellt jetzt eine Auswahl solcher Apparate unter dem Titel «Sensation des Sehens» aus.

Die Exponate stammen aus der Sammlung des Filmregisseurs Werner Nekes (1944-2017) aus Mülheim an der Ruhr. Die Bildwelten hatten im 17. und 18. Jahrhundert sowohl an Fürstenhöfen als auch auf Jahrmärkten ihren Platz. Am bekanntesten ist die Camera Obscura: Dieses Vorläufermodell der Fotokamera bündelt Lichtstrahlen, führt sie durch ein winziges Loch und projiziert die Strahlenquelle seitenverkehrt und auf dem Kopf auf die gegenüberliegende Wand. Manche Forscher glauben, dass sich zum Beispiel der Maler Johannes Vermeer («Das Mädchen mit dem Perlenohrring») einer solchen Vorrichtung bediente.