Eine Figur der blinden Justitia., © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Brautpaare betrogen: viereinhalb Jahre Haft

Nach einer Serie von Hochzeitsbetrügereien ist ein ehemaliger Angestellter eines Event-Bauernhofes in Waltrop im Kreis Recklinghausen am Mittwoch zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 35-Jährige hatte von Brautpaaren hohe Anzahlungen für geplante Feiern kassiert und das Geld anschließend bei Sportwetten verspielt. Betroffen waren laut Urteil 63 Brautpaare. Der Gesamtschaden beläuft sich auf knapp 225.000 Euro. Im Prozess am Bochumer Landgericht hatte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Richter Michael Rehaag bezeichnete den 35-Jährigen beim Urteil dennoch als «notorischen Lügner». Dem Angeklagten sei es immer wieder gelungen, andere Menschen um den Finger zu wickeln. Für die Betroffenen habe es keine Möglichkeit gegeben, den Betrug zu durchschauen.

Einige Brautpaare hatten laut Urteil sogar deutlich höhere Beträge angezahlt, als ursprünglich vereinbart. Im Prozess war von bis zu 10 000 Euro die Rede. «Sie haben sich großzügig gezeigt, um den Hof in der Corona-Zeit zu unterstützen», sagte der Richter.

Der Angeklagte hatte auf dem Event-Bauernhof Anfang 2020 eine Festanstellung erhalten. Wenige Monate später soll er erstmals Geld von Brautpaaren nicht weitergeleitet haben. Inzwischen sollen sich die Hofbetreiber mit fast allen Betroffenen geeinigt haben.

Hintergrund der Betrugsserie ist laut Urteil die Spielsucht des einschlägig vorbestraften Angeklagten.