Nach einem Streit wird ein 59-jähriger Mann in Italien laut Polizei von seinem Bruder enthauptet. Die Carabinieri ermitteln., © Christoph Sator/dpa

Bruderstreit in Italien: 70-Jähriger enthauptet

Aus einem Streit zwischen zwei Brüdern ist im Hinterland der süditalienischen Großstadt Neapel ein brutales Verbrechen geworden: In der Gemeinde Pannarano erstach ein 57-Jähriger nach Angaben der Polizei seinen 13 Jahre älteren Bruder und enthauptete ihn dann. Anschließend habe er den abgetrennten Kopf vom Balkon auf die Straße geworfen, hieß es. Die Szene wurde nach italienischen Medienberichten von mehreren Nachbarn beobachtet. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Unklar ist noch, was Auslöser für den tödlichen Streit war.

Nach ersten Angaben der Ermittler lebten die beiden Brüder im Haus der Familie seit einiger Zeit wieder zusammen unter einem Dach. Dort sei es am Mittwochabend gegen 22.00 Uhr zu dem Streit gekommen. Nach einem Bericht der Zeitung «La Repubblica» lag der 70-Jährige bereits im Bett, als er von seinem Bruder überrascht wurde. Tatwerkzeuge sollen ein Messer und eine Axt gewesen sein.

Nach dem Geschehen habe der jüngere Bruder von sich aus die Polizei angerufen, hieß es von den Ermittlern. Anschließend habe er sich zunächst in dem Haus verbarrikadiert, dann aber freiwillig die Tür geöffnet. Der Polizei bot sich ein grausiges Bild: Der Leichnam des 70-Jährigen war durch zahlreiche Stichwunden verstümmelt, der Kopf fehlte. Der mutmaßliche Täter sitzt nun in Untersuchungshaft. Der «Repubblica» zufolge war er in Zusammenhang mit Alkohol früher schon gewalttätig geworden.

Auch soll es zwischen den beiden Brüdern schon mehrmals zu Auseinandersetzungen gekommen sein. Der 70-Jährige, ein Witwer, sei vor einiger Zeit nach seiner Pensionierung aus der Hauptstadt Rom in seine Heimat zurückgekehrt. Der Bürgermeister der 2000-Seelen-Gemeinde, Antonio Iannaccone, sagte: «Wir haben keine Worte für das, was passiert ist. Die gesamte Gemeinde ist entsetzt und fassungslos über diese Tragödie, die eine Familie mit guten Menschen getroffen hat.»

Quelle: dpa