Autobahn A 45 Baustelle für Neubau der Talbrücke Rahmede in Lüdenscheid., © Dieter Menne/dpa

Bürgerinitiative gegen neuen Namen für Rahmede-Talbrücke

Eine Bürgerinitiative in Lüdenscheid hat sich vehement gegen eine Umbenennung der Autobahnbrücke Rahmede an der deutschlandweit zentralen A45 ausgesprochen. «Wir meinen, man muss sich auch künftig an dieses politische Versagen über Jahrzehnte erinnern können», sagte der Sprecher der Bürgerinitiative A45 Lüdenscheid, Heiko Schürfeld, der Deutschen Presse-Agentur.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte Anfang Oktober 2023 zum Start der Arbeiten für den Neubau der Talbrücke ankündigt, das Bauwerk solle auch einen neuen Namen bekommen. Anwohner in Lüdenscheid könnten Vorschläge einreichen. Die Bürgerinitiative A45 hält einen neuen Namen für falsch. Der Name «Talbrücke Rahmede» sei «zum Symbol von jahrelangen Verfehlungen der Politik bei dringend sanierungsbedürftiger Infrastruktur geworden».

Der Name stehe für Stillstand, Jobverlust, «politisches Geplänkel», für wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schaden der Bevölkerung und massive Verkehrsbelastungen, betonte die Bürgerinitiative in einer Mitteilung. Das alles dürfe «niemals in Vergessenheit geraten».

Die Talbrücke war Ende 2021 wegen Einsturzgefahr gesperrt und im Mai 2023 gesprengt worden. Eine wichtige Nord-Süd-Achse ist damit unterbrochen, mit schweren Folgen. Vor allem Lüdenscheid und das angrenzende Gebiet leiden unter Stauchaos, Lärm, Abgasen, gestörtem Lieferverkehr, Fachkräfte-Abwanderung und Umsatzeinbrüchen. Ab Mitte 2026 soll der Verkehr dort an der A45 auf je zwei verengten Fahrspuren in beiden Richtungen wieder rollen, Ende 2027 soll dann die Brücke komplett fertig sein.

Bei der Stadt Lüdenscheid hieß es, Wissing habe den Start der Namenssuche für Mitte 2024 angekündigt. Vorschläge sollten beim Brückenbauer-Büro der Stadt eingereicht werden. «Da die Aktion noch nicht offiziell angelaufen ist und auch nicht entsprechend beworben wurde, sind bislang nur einzelne Vorschläge im Büro eingegangen», erläuterte eine Sprecherin.

Quelle: dpa