53 Zentimeter hoch und 5,5 Kilogramm schwer: Der Supercup., © Bernd Thissen/dpa

Der erste Titel: Leipzig will die Bayern ärgern

53 Zentimeter hoch, 5,5 Kilogramm schwer, mit Sterling-Silber veredelt, Versicherungswert 30.000 Euro. Es geht um die erste Trophäe der neuen Fußball-Saison.

Ab 20.30 Uhr (Sky und Sat.1) an diesem Samstag in Leipzig herrscht Supercup-Zeit. Debütant RB Leipzig empfängt Rekordgewinner FC Bayern – für Spannung ist in vielerlei Hinsicht gesorgt.

Bayerns Nach-Lewandowski-Ära beginnt

Es wird das erste Pflichtspiel seit dem Weggang von Robert Lewandowski. Vorteil Leipzig? RB-Abwehrchef Willi Orban glaubt das nicht wirklich. Er hält die Abteilung Attacke der Münchner mit deren schnellen Stürmern weiter für unberechenbar. Hinzu kommt, dass die Bayern in Sadio Mané einen hochkarätigen Offensivmann verpflichtet haben. «Die größten Chancen, von Beginn an zu spielen, hat Sadio», sagte Trainer Julian Nagelsmann bereits.

Leipzigs kleine Trophäensammlung

Der Gewinn des DFB-Pokals ebnete RB den Weg in den Supercup – als insgesamt 13. Verein schaffte RB den Einzug in das Duell des Cupsiegers gegen den Meister. Der Triumph im DFB-Pokal stärkte das Selbstvertrauen des sächsischen Bundesligisten und nährte die Hoffnung auf weitere Titel. Als hungrigen und jungen Verein, der immer versuche, am Status von Bayern München zu kratzen, beschrieb Nagelsmann seinen ehemaligen Arbeitgeber. «Alles, was es zu gewinnen gibt, wollen wir gewinnen», bestätigte Kollege Domenico Tedesco.

Bayerns Interesse an RB-Spielern

RB-Coach Tedesco vertraut Konrad Laimers professioneller Einstellung. Das machte er sehr deutlich. Aber die Konstellation ist zumindest pikant: Laimer würde gern zu den Bayern wechseln, heißt es. Die Bayern seien schon mit zwei Angeboten abgeblitzt, heißt es auch. Für sie spreche die Zeit, sagte Tedesco. Ob es womöglich am Spieltag zu einer Einigung kommt? Wer weiß… Dass Laimer nicht der erste Leistungsträger wäre, den die Münchner sich von den Leipzigern schnappen, sorgte im RB-Lager auch für Unmut. Vor einem Jahr hatte es neben Trainer Nagelsmann auch Abwehrhüne Dayot Upamecano und Offensiv-Stratege Marcel Sabitzer von Sachsen nach Bayern gezogen. Mal sehen, wie gut gelaunt die Vereinsbosse sich am Supercup-Tag begegnen.

Statement, Standortbestimmung oder doch nur ein Vorspiel

Die Augen der restlichen Bundesliga-Konkurrenz werden auch auf diese Partie gerichtet sein. Welchen Eindruck machen die namhaft und teuer verstärkten Bayern? Oder können die Leipziger als mittlerweile etablierter Dauerverfolger einen weiteren Schritt Richtung Rekordmeister machen und erste Zweifel am nächsten Bayern-Titel am Ende der Saison säen?

Für manche ist das zu früh, andere erhoffen sich erste Anzeichen für einen spannenderen Meisterschaftskampf. Nagelsmann will diese Hoffnungen aber gleich mal allen rauben: «Es ist wichtig, dass man da als Verein, der an der Spitze stand im letzten Jahr in der Meisterschaft, versucht, ein kleines Statement zu setzen und versucht, seine Stärke zu zeigen.»