Jazz-Komponist, Pianist und Bandleader - Duke Ellington wird weltweit gefeiert., © UPI/dpa

Der Meister des Jazz: Duke Ellington wäre 125

Duke Ellington selbst sprach nie von Jazz, dabei prägten wohl nur wenige Künstler diese Musikrichtung so sehr wie er. «Amerikanische Musik» nannte Ellington das, was er machte. Alle einschließend sollte es sein, ohne starre Kategorien. Beeindruckte ihn jemand, dann lobte er sie oder ihn als «jenseits aller Kategorien». Am Montag (29. April) vor 125 Jahren wurde der US-Musiker geboren – und das wird weltweit gefeiert.

Ellington sei «eine amerikanische Ikone, die verändert hat, wie die Welt Musik hört», hieß es vom Kennedy Center in Washington – «ein herausragender Musiker, charismatischer Bandleader, produktiver Komponist und Erfinder über eine ganze Bandbreite von Musikstilen hinweg». Zahlreiche Veranstaltungen zu seinen Ehren plant das Kennedy Center ebenso wie beispielsweise das Lincoln Center in New York und zahlreiche weitere Kultureinrichtungen in den USA und weltweit.

So kam Ellington zu seinem Spitznamen

Geboren wurde Edward Kennedy «Duke» Ellington am 29. April 1899 in Washington, wo er schon als Kind mit der Hilfe seiner Mutter das Klavierspielen lernte. Ellingtons Vater arbeitete in der Gastronomie und brachte seinem Sohn so gute Manieren bei, dass dieser von seinen Schulfreunden bald den Spitznamen «Duke» (auf Deutsch etwa: Herzog) bekam. Ellington begann zu komponieren und mit Bands aufzutreten. 1923 zog er nach New York, gründete seine eigene Band, die Washingtonians, bekam regelmäßige Auftritte im berühmten Cotton Club in Harlem – und ging dann auf Tour durch die USA und die Welt und wurde sogar ins Weiße Haus eingeladen.

Als Bandleader ließ Ellington seine Musiker in ihrer Individualität brillieren, darauf zielten auch seine Kompositionen ab, von denen er insgesamt mehrere Tausend in verschiedenen Längen verfasste. Stücke wie «Sophisticated Lady», «In A Sentimental Mood», «Prelude To A Kiss», «I Let A Song Go Out Of My Heart», «I Got It Bad (And That Ain’t Good)», «Do Nothin‘ Till You Hear From Me» oder «Satin Doll» wurden zu Klassikern.

Ende der 30er-Jahre stieß der Musiker Billy Strayhorn zur Band und steuerte eines ihrer berühmtesten Lieder bei: «Take the ‚A‘ Train». «Ellington spielt Klavier, aber sein wirkliches Instrument ist die Band», soll Strayhorn einmal gesagt haben.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren Bigbands nicht mehr so gefragt wie zuvor, aber Ellington fand trotzdem noch ein begeistertes Publikum. 1965 wurde er für den Pulitzer-Preis nominiert, 1969 wurde ihm die Presidential Medal of Freedom verliehen, die zu den höchsten zivilen Auszeichnungen der USA gehört. Sein Porträt gibt es inzwischen auch auf Briefmarken in den USA.

Am 24. Mai 1974 starb Ellington – der dreimal verheiratet war und einen Sohn hatte, der ebenfalls Musiker wurde – in einem Krankenhaus in New York nach einem Kampf gegen Lungenkrebs an einer Lungenentzündung.

Flirt mit dem Klavier

An seinem geliebten Klavier hatte Ellington bis zuletzt fast jeden Tag gesessen. «Ich gehe nach Hause und denke, dass ich direkt ins Bett gehen werde», erzählte er einmal in einem Interview. «Aber auf dem Weg dahin komme ich dann am Klavier vorbei und es gibt einen Flirt. Es flirtet mit mir. Also setze ich mich hin und probiere ein paar Akkorde aus und dann schaue ich hoch und es ist sieben Uhr morgens.»

Quelle: dpa