Drogen in Dönern: Seelsorger bereits früher unter Verdacht

Ein katholischer Seelsorger, der mit Haschisch und Handys in Dönern in der JVA Heinsberg erwischt wurde, stand bereits früher einmal unter Verdacht. Wie aus einem vertraulichen Bericht an den Landtag hervor geht, gab es im September 2021 den Hinweis, dass der Mann Handys an Gefangene verkaufe. Nachweisen konnte man es dem Seelsorger nicht – er blieb im Dienst. Die «Bild»-Zeitung hatte zuvor berichtet.

Dass der Mann im Juli aufflog, hatte ebenfalls eine Vorgeschichte. So geht aus dem Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags hervor, dass der Seelsorger im Frühjahr zwei Mal unangekündigt Essen mit zur Gruppenstunde im Jugendgefängnis gebracht hatte. Beim dritten Mal seien die Tüten daher kontrolliert worden. Man fand in fünf von 13 Dönern Drogen und Handys.

Das Bistum Aachen – das laut dem Bericht im vergangenen Jahr bereits über den ersten Verdacht informiert worden war – hat den Seelsorger im Juli unwiderruflich freigestellt. Die Ermittlungen gegen den Mann laufen noch. Es hat bei ihm laut dem Papier für den Ausschuss eine Razzia gegeben und es wurden bereits zahlreiche JVA-Angestellte, Häftlinge und Bistumsmitarbeiter verhört.