Auf einem Smartphone wird das Logo der Kurzvideo-Plattform TikTok angezeigt., © Robert Michael/dpa

Eine Ministerin in NRW mit Tiktok-Kanal

In der nordrhein-westfälischen Landesregierung herrscht große Skepsis gegenüber der Kurzvideo-App Tiktok. Nur Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) hat dort einen Account. Sie hat bisher aber noch keinen Beitrag hochgeladen. «Das soll sich in naher Zukunft ändern», so ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums.

Damit ist Brandes ziemlich alleine. So hieß es etwa aus der Regierungszentrale, dass weder die Staatskanzlei noch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) aktuell mit eigenen Kanälen auf Tiktok vertreten seien. Eine Sprecherin ergänzte: «Die Landesregierung beobachtet zugleich vor dem Hintergrund ihres Informationsauftrags fortlaufend die Entwicklung digitaler Kommunikationskanäle, insbesondere auch mit Blick auf die dort vertretenen Zielgruppen.»

Aus der Reihe international erfolgreicher Online-Plattformen sticht Tiktok hervor, weil die App nicht aus den USA stammt. Betreiber ist das Unternehmen Bytedance, das von Kritikern als chinesische Firma gesehen wird, selbst aber betont, zu 60 Prozent im Besitz westlicher Investoren zu sein und den Firmensitz auf den Cayman-Inseln in der Karibik zu haben. Es gibt die Sorge, die App könne von chinesischen Behörden zum Sammeln von Informationen über Nutzer missbraucht werden. Regierungen mehrerer Länder sowie die EU-Kommission haben die Nutzung von Tiktok auf Diensthandys untersagt.

Andererseits bietet die Plattform Zugang zu einem riesigen Publikum, was auf bundespolitischer Ebene bisher vorwiegend von der AfD genutzt wird. Erst zu Beginn der Woche eröffnete Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einen Account. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärte kürzlich, dass die Regierung künftig auf Tiktok präsent sein wolle.

Quelle: dpa