Eon-Chef rechnet bei Atom-Streckbetrieb mit Entlastung

Deutschlands größter Energieversorger Eon rechnet damit, dass ein möglicher Weiterbetrieb der letzten drei Atomkraftwerke über 2022 hinaus den Strommarkt entlasten würde. «Wenn die Preise so hoch sind und die Preiskurven so steil, dann hat schon eine relativ kleine gesicherte Leistung große Auswirkungen», sagte Eon-Chef Leonhard Birnbaum dem Nachrichtenmagazin «Spiegel». «Es hätte also wahrscheinlich schon einen signifikanten Effekt.»

Deutschland habe ein Stromproblem, das nicht nur Folge des angespannten Gasmarktes sei, so Birnbaum. «Es fehlt uns gesicherte Grundlastleistung, es fehlen uns Kraftwerke», sagte er. Sollte sich der Bund für einen Streckbetrieb von Atommeilern wie dem Eon-Kraftwerk Isar 2 in Bayern entscheiden, zeigte sich Birnbaum offen für entsprechende Gespräche mit der Politik. «An uns soll es jedenfalls nicht scheitern.» Eon könne das Kraftwerk technisch sicher weiterbetreiben, sagte der Manager.