Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, spricht während der Pressekonferenz., © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Evonik-Chef warnt vor Wohlstandsverlust durch AfD-Politik

Der Vorstandschef des Essener Chemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, will bei den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Essen am Wochenende auf die Gefahren einer nationalistischen Politik für die Wirtschaft aufmerksam machen. Man müsse allen klarmachen, «wofür diese Partei eintritt und was das für Deutschland bedeuten würde: schwerwiegendste Verwerfungen und dramatische Wohlstandsverluste», sagte Kullmann der «WAZ» (Mittwoch). Der Chemie-Manager wird am Samstag bei der zentralen Versammlung gegen den AfD-Parteitag unter dem Motto «Kein Raum für Hass und Hetze» als Redner auf der Bühne stehen.

Er habe Verständnis, wenn Menschen sich durch gesellschaftliche Umbrüche verunsichert fühlten, sagte Kullmann. Insbesondere wirtschaftlich habe Deutschland gerade reale Probleme. «Die AfD reagiert darauf mit einem «Früher war alles besser», zurück in die Vergangenheit, raus aus der Europäischen Union, Ausländer möglichst abschieben, Deutschland den Deutschen – das ist so profan und so plump wie auch primitiv und falsch. Es verfängt aber dort, wo Menschen eine Sehnsucht nach Kontrolle spüren», sagte der Evonik-Chef.

Ein sehnsüchtiger Blick auf vermeintlich bessere vergangene Zeiten helfe niemandem weiter. Evonik mit seinen 30.000 Mitarbeitern sei weltweit tätig. «Was macht den Erfolg eines solchen Unternehmens aus? Liberalität und Toleranz: Egal wo du herkommst, egal welche Hautfarbe du hast, welcher Religion du angehörst, in welchem Kulturkreis du dich zuhause fühlst – hier sind alle gleich», betonte Kullmann. Das müsse man den Menschen auch mit den Protesten am Wochenende in Essen deutlich machen.

Die AfD kommt am Wochenende zu ihrem Bundesparteitag in der Essener Grugahalle zusammen. Zahlreiche Organisationen haben Widerstand angekündigt – während des ganzen Wochenendes wird es Kundgebungen, Demonstrationen und Versammlungen geben. Die Polizei rechnet mit zehntausenden Teilnehmern und bereitet sich auf einen Großeinsatz vor.

Quelle: dpa