Ein Auszubildender im Metall-Handwerk misst in einem Ausbildungszentrum die Dicke eines Werkstücks., © Felix Kästle/dpa

Fast jede dritte Ausbildung wird nicht beendet

Viel mehr junge Leute brechen ihre Ausbildung ab als früher. Der Anteil der Ausbildungsverhältnisse, die vorzeitig aufgelöst wurden, habe im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen bei 29,7 Prozent gelegen und damit 6,3 Prozentpunkte höher als 2014, teilte das Statistikamt IT.NRW am Dienstag in Düsseldorf mit. 2022 hatte der Anteil 30,3 Prozent betragen, er sank also binnen eines Jahres leicht. Im Neun-Jahres-Vergleich ist hingegen ein deutlicher Anstieg erkennbar. Die Lage ist je nach Wirtschaftsbereich unterschiedlich, im Handwerk hatte die sogenannte Lösungsquote 2023 sogar bei 38,5 Prozent gelegen. Im öffentlichen Dienst waren es nur 10,1 Prozent gewesen.

«Das Durchhaltevermögen ist nicht mehr so ausgeprägt wie früher», sagte ein Sprecher von Handwerk NRW. Der Nachwuchs wechsele häufiger seine berufliche Perspektive und sattele um.

Hinzu komme, dass die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber wegen des demografischen Wandels abgenommen habe und dass die Betriebe inzwischen auch Kandidaten nehmen, die sie vor zehn oder fünfzehn Jahren vielleicht nicht genommen hätten. Bei diesen Menschen sei es dann relativ häufig vorzeitig vorbei mit der Ausbildung. Mit umfangreichen Werbeaktivitäten und Infokampagnen in sozialen Medien versuchten die Handwerksbetriebe, den passenden Nachwuchs auf die guten Jobaussichten aufmerksam zu machen und zur Kontaktaufnahme zu bewegen.

Quelle: dpa