Ein Schaufelradbagger arbeitet im Braunkohletagebau Garzweiler., © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

«Für keine Kohle dieser Welt»: Demo am Tagebauort Lützerath

Am Tagebau Garzweiler haben am Samstag nach Veranstalterangaben etwa 2000 Menschen für ein Ende der Braunkohleförderung demonstriert. Die Teilnehmer gingen vom Dorf Keyenberg zur weitgehend verlassenen Ortschaft Lützerath, die dem Tagebau weichen soll. Zu der Demonstration hatten die Bündnisse Fridays For Future, Lützerath Lebt und Alle Dörfer Bleiben aufgerufen. Auch Attac Köln war laut Polizei unter den Initiatoren. Die Veranstaltung verlaufe weitgehend ruhig und friedlich, sagte eine Sprecherin von Fridays for Future.

Später hieß es in einer Mitteilung, Redner seien auf der Bühne kaum zu hören gewesen, da ein Polizeihubschrauber mehr als eine halbe Stunde lang über der Kundgebung gekreist sei. Zudem sei der Demonstrationszug mehrfach aufgehalten worden.

Die Demonstrierenden forderten, dass der Tagebau in seinen jetzigen Grenzen bleibt und kein weiteres Gelände abgebaggert wird. Keyenberg und vier weitere Dörfer, die alle zur Stadt Erkelenz gehören, sollen nach den Plänen der NRW-Landesregierung erhalten bleiben.

Die Bergbaubetreiberin RWE hatte Anfang August einen Erdwall auf den Feldern bei Lützerath errichtet, um das Betriebsgelände zu kennzeichnen. Damit solle der Abriss des Ortes vorbereitet werden, kritisierten die Teilnehmer. An der Umwallung hatten die Veranstalter des Protests eine «kreative Aktion» angekündigt. Die Demonstranten forderten den Erhalt von Lützerath. Ihre Aktion stand unter dem Motto «Für keine Kohle dieser Welt».

In der Ortschaft leben Aktivisten aus verschiedenen Gruppierungen in Zelten, Wohnwagen, Baumhäusern, besetzten Gebäuden und Hütten. Der NRW-Verfassungsschutzbericht von 2021 führte auf, dass sich innerhalb der Proteste auch autonome Linksextremsten engagierten.