Trauerkundgebung für die Opfer des tödlichen Brandes und deren Angehörige., © Christoph Reichwein/dpa

Menschen gedenken der Opfer: Brandstiftung in Solingen

Mit einer Trauerkundgebung ist am Donnerstag der Opfer des mutmaßlich vorsätzlich gelegten tödlichen Brandes in einem Mehrfamilienhaus in Solingen gedacht worden. Mehr als 150 Menschen kamen am Donnerstagnachmittag zu dem Brandort, um ihre Anteilnahme auszudrücken. Kurzfristig zu der Kundgebung aufgerufen hatten unter anderem die Amadeu Antonio Stiftung, die Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus unterstützt, sowie das linke Bündnis «Solinger Appell».

Bei dem verheerenden Feuer in der Nacht zu Dienstag war eine vierköpfige Familie getötet worden. Acht Menschen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt, drei davon so schwer, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen. Die Staatsanwaltschaft geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus und ermittelt wegen Mordes beziehungsweise versuchten Mordes.

Anhaltspunkte für ein «fremdenfeindliches Motiv» lägen nicht vor, hieß es zunächst. Bei den Getöteten und einer schwer verletzten Familie handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand der Ermittler um Menschen mit bulgarischer Nationalität.

«Wir müssen wachsam sein», sagte Stephan Strack, Sprecher des Bündnisses «Solinger Appell». Man wolle um die Opfer trauern und sich solidarisch mit den Verletzten zeigen, betonte er. Das katastrophale Feuer hatte bei vielen Solingern schlimme Erinnerungen geweckt: Im Mai 1993 waren bei einem rassistischen Brandanschlag fünf türkischstämmige Frauen und Mädchen ermordet worden.

Quelle: dpa