Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug., © Christoph Soeder/dpa/Symbolbildarchiv

Ministerium: Knapp 800 Bewerber mehr für Polizeidienst

Bei der Polizei in NRW haben sich für das Ausbildungsjahr 2023 insgesamt 11 335 Bewerber gemeldet, knapp 800 mehr als für den Beginn in 2022. Das geht aus einem Bericht an den Innenausschuss des Landtags hervor. Die Landesregierung hatte eine eigene Taskforce eingerichtet, um die Bewerberzahlen zu erhöhen. Die Zahl sagt aber noch nichts darüber aus, wie viele Bewerber am Ende tatsächlich für den Polizeidienst geeignet sind.

Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag ist vorgesehen, dass jährlich 3000 Kommissaranwärter starten. Das wären 400 mehr als früher. Für den Start 2022 wurde das Ziel 3000 aber verfehlt, laut Innenministerium starteten letztlich 2670 Polizeischüler. Das sei dennoch ein Höchststand, hieß es.

Im vergangenen Jahr waren für Bewerber unter anderem die bisherige Mindestgröße von 1,63 Meter aufgeweicht und die Bewerbungsfrist um sechs Wochen verlängert worden. Die Task Force beschäftigt sich laut Innenministerium weiter unter anderem mit zielgerichteten Werbemaßnahmen.

Der aktuell bereits in allen Berufsfeldern herrschende Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern werde sich noch weiter verschärfen, so das Innenministerium in seinem Bericht an den Landtag. 2026 werde das Problem «seinen vorläufigen Höhepunkt finden», wenn wegen der Rückkehr von G8 zu G9 in NRW ein ganzer Abiturjahrgang ausfalle.

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei in NRW erstmals auch die Türen für Bewerber ohne Abitur geöffnet. Bei diesem sogenannten «Schulversuch Fachoberschule Polizei» bewarben sich jetzt – zusätzlich zu den 11 335 Bewerbern – noch mal 2936 Menschen. Wer genommen wird, muss erst ein polizeispezifisches Fachabi machen, danach beginnt die «echte» Kommissarausbildung.

Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte am Mittwoch: «Für den herausfordernden Polizeiberuf brauchen wir die besten Leute im Land. Doch der Markt ist seit Jahren hart umkämpft. Auch künftig werden wir hohe Anforderungen an Polizistinnen und Polizisten stellen.»