Regenwasser sammelt sich während eines starken Gewitters auf der Straße und dem Gehweg., © Caroline Seidel/dpa

NRW-Sprach-App mit erster Wort-Karte

Im Münsterland gallert es, im Siegerland- und Wittgensteiner Land spricht man schon mal von drätschen, plästern dürfte in ganz Nordrhein-Westfalen geläufig sein: Welche Vokabeln regional genutzt werden, um etwa kräftigen Regen zu beschreiben, verrät seit diesem Mittwoch eine Karte in der kostenlosen Sprach-App der Landschaftsverbände. Künftig soll jeden Monat eine neue NRW-Karte einen Überblick über große und kleine Unterschiede im Gebrauch der Alltagssprache im Bundesland geben. Möglich machen es die Nutzer der App «Palava».

Seit Juni 2023 haben rund 9000 Nutzerinnen und Nutzer die Anwendung heruntergeladen und Fragen zu ihrer Alltagssprache beantwortet. Sprachwissenschaftler der LWL-Kommission für Mundart und Namensforschung sowie des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte wollen mit dem Tool etwas über die regionalen Besonderheiten der Alltagssprache herausfinden. Wer sich anmeldet, kann über das Smartphone-Mikrofon Antworten auf allerlei Fragen zum eigenen Sprachgebrauch geben: Wie heißen das Textil, womit man sich nachts zudeckt oder das Endstück vom Brot? Wartet man vor oder an der Ampel? Wampe, Plauze oder noch ganz anders: Welche scherzhaften Bezeichnungen für einen dicken Bauch kennen die Rheinländer und Westfalen?

«Es ist toll, dass wir so viele Antworten bekommen haben. Diese geben uns Einblicke in die Alltagssprache, die wir mit anderen Methoden bisher nicht erhalten konnten“, sagt LVR-Sprachforscherin Dr. Charlotte Rein laut Mitteilung. Ihr Kollege Timo Schürmann vom LWL ergänzt, dass schon die erste Karte zum Regenwetter ein passendes Beispiel sei: Sie zeige sowohl kleinräumig vorkommende Varianten wie das von Nutzern aus dem Münsterland genannte meimeln als auch Wörter wie plästern, die in ganz NRW aber nicht in ganz Deutschland geläufig seien.

Quelle: dpa