Die Schriftzug «Polizei» leuchtet auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei., © Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Obdachloser erstochen: 18-Jähriger unter Mordverdacht

Ein halbes Jahr nach der Tötung eines Obdachlosen in Neuss haben die Ermittler einen Verdächtigen hinter Gitter gebracht: Gegen einen 18-Jährigen sei Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Im April war in Neuss in einem provisorischen Nachtlager die Leiche eines 31-Jährigen mit zwei Stichwunden in der Brust gefunden worden. Eine Hundertschaft der Polizei hatte das Gelände nahe eines Güterbahnhofs nach Spuren abgesucht.

Der 18-Jährige sei zunächst als Zeuge aufgetreten und habe einen anderen Mann belastet, der daraufhin zeitweise sogar in Untersuchungshaft saß, hieß es am Donnerstag. Je mehr die Ermittlungen diesen Mann entlasteten, desto mehr geriet der 18-Jährige selbst in Verdacht, bei seiner belastenden Aussage Täterwissen offenbart zu haben. Inzwischen habe sich die Beweislage so verdichtet, dass sie für den Haftbefehl ausreichte.

Als Beschuldigter habe der 18-Jährige zum Tatvorwurf geschwiegen. Er sei selbst wohnsitzlos und durch verschiedene Delikte polizeibekannt.