Gesa Krause sicherte sich bei der Europameisterschaft in Rom die Goldmedaille., © Michael Kappeler/dpa

Hindernisläuferin Krause nach Babypause mit EM-Medaille

Gesa Felicitas Krause durfte sich eingehüllt in eine Deutschland-Fahne beim Titelkampf-Comeback nach Babypause mit Silber wie eine Siegerin fühlen, ehe sie das Hin und Her bei der Wertung sogar auf Gold hoffen ließ.

Anders als die entthronte Sprint-Europameisterin Gina Lückenkemper über 100 Meter schaffte es die 31-jährige Krause über 3000 Meter Hindernis auf das Podest. Lückenkemper, die vor zwei Jahren gleich zweimal gesiegt hatte, reihte sich bei der Leichtathletik-EM in Rom als Fünfte ein.

«Lola, Mama hat Dich lieb»

Etwas mehr als ein Jahr nach der Geburt von Töchterchen Lola feierte die Triererin Krause nach den Europameistertiteln 2016 und 2018 eine bemerkenswerte Rückkehr. «Lola, Mama hat Dich lieb», sendete Krause am ARD-Mikro Grüße an die Heimat. «Es war einfach das schönste Jahr meines Lebens: Meine Tochter aufwachsen zu sehen und nebenbei bei so einen Traum wie heute wieder anzugreifen.» 

In 9:18,06 Minuten fehlte nicht viel auf die europäische Jahresbestzeit der Französin Alice Finot (9:16,22). Weil diese aber auf die weiße Linie als Bahnabgrenzung getreten hatte, wurde sie zunächst nachträglich disqualifiziert. Wenig später wurde das aber vom Verband wieder zurückgenommen. 

Kein Doppel-Gold wie 2022

Anderthalb Monate vor den Olympischen Spielen lachte die Berlinerin Lückenkemper auch ohne Medaille. «Mit dem fünften Platz in Rom bin ich trotzdem völlig fein, weil das Niveau in Europa so angezogen hat. Der Hauptfokus liegt auf den Olympischen Spielen», sagte die 27-Jährige. «Mit der Staffel sollten wir hier aber nochmal richtig Spaß haben.» Beim Sieg der Britin Dina Asher-Smith in 10,99 kam die Münchner Doppel-Europameisterin Lückenkemper nach 11,07 Sekunden ins Ziel. 

Starke Teams im Halbmarathon

Nur knapp verpasste der 22 Jahre alte Hammerwerfer Merlin Hummel (Kulmbach) trotz persönlicher Bestleistung von 79,25 Metern und der Olympia-Qualifikation beim Sieg des polnischen Olympiasiegers Wojciech Nowicki (80,95 Meter) als Vierter eine Medaille. Über 3000 Meter Hindernis waren die EM-Zweite Lea Meyer (Leverkusen) und U23-Europameisterin Olivia Gürth weiter vom Podest entfernt. 

Nach EM-Bronze für Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye zum Auftakt und Halbmarathon-Bronze für Langstreckenläufer Amanal Petros sorgte Krause für das Stimmungs-Hiighlight. Zuvor hatten auch Silber der Frauen und Bronze der Männer in der Team-Wertung im Halbmarathon die Bilanz aufgehübscht.

Petros-Pech im Schlussspurt

«Es bedeutet mir natürlich sehr viel», sagte Petros. Im Schlussspurt um den Titel im Olympiastadion trat der 29-Jährige auf die Bahnumrandung und musste Platz zwei an den mit einer provokanten Geste vorbeiziehenden Italiener Pietro Riva abgeben. Den Titel dessen Landsmann Yemaneberhan Crippa in 1:01:03 Stunden. Die deutschen Läuferinnen um die fünftplatzierte Melat Kejeta gewannen als Team sogar Silber über die rund 21,1 Kilometer vorbei an den fantastischen Sehenswürdigkeiten der Ewigen Stadt.

Am Tag vor dem Zehnkampf-Start von Titelverteidiger Niklas Kaul nahm die DLV-Auswahl bei der bis Mittwoch dauernden kurz vor der EM-Halbzeit an Tempo auf, nachdem es zuvor wie bei der letztjährigen WM auch schon Enttäuschungen gegeben hatte. Auch am Sonntagabend, wie das Hochsprung-Abschneiden von Imke Onnen als Achte und Christina Honsel als Elfte bei Blitz und Regen. Der Sieg ging an Weltmeisterin Hochspringerin Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine mit 2,01 Metern.

Enttäuschungen vor Staffel-Rennen

Vor Lückenkempers Final-Auftritt musste der Deutsche Leichtathletik-Verband drei Sprint-Enttäuschungen wegstecken. Rebekka Haase (Wetzlar) schied im Halbfinale aus, Lisa Mayer (Wetzlar) und Jennifer Montag (Leverkusen) mussten angeschlagen passen.

Die mit großen Hoffnungen gestarteten Diskuswerferinnen und Geher Christopher Linke gingen am Samstag leer aus, während die Gastgeber um 100-Meter-Europameister und Olympiasieger Marcell Jacobs bei den Festspielen in der Heimat einen Titel nach dem anderen feierten.

Quelle: dpa