Pilotversuch: Arbeits- und Umweltschutz mit kühlem Asphalt

Ein Pilotversuch auf der Autobahn mit «kühlerem Asphalt» für mehr Gesundheitsschutz: Auf einem Teilstück der A46 im Hochsauerlandkreis hat die Autobahn Westfalen erstmals in ihrem Zuständigkeitsbereich «Niedrigtemperatur-Asphalt» verbaut. Die Einbautemperatur des Asphaltmischguts sei von den üblichen 160 bis 180 auf rund 140 Grad gesenkt worden, teilte die Westfalen-Niederlassung der Autobahn GmbH des Bundes am Donnerstag mit. Das Pilotprojekt zwischen den Anschlussstellen Meschede und Bestwig diene vor allem dem Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden.

Durch die Verringerung der Temperatur werde die Belastung durch potenziell gesundheitsschädliche Dämpfe und Aerosole auf der Baustelle reduziert. In den kommenden Jahren werde es neue Grenzwerte für die Belastung durch Aerosole auf Baustellen geben, die mit der herkömmlichen Bauweise nicht eingehalten werden könnten, hieß es.

Positiver Nebeneffekt: Durch die Senkung der Temperatur könne Energie an der Mischanlage eingespart werden. Zudem würden die CO2-Emissionen reduziert, betonte ein Vertreter der Niederlassung. Der modifizierte Asphalt war an drei Tagen bis Donnerstag eingebaut worden. Pro Fahrtrichtung habe man drei Erprobungsfelder und ein Referenzfeld angelegt. Das Vorhaben zähle zu den wichtigesten Pilotprojekten im Bereich der Autobahnen. Einer Sprecherin zufolge gibt es bundesweit bereits mehrere ähnliche Politversuche.

Konkret wird nun geprüft, inwieweit die Aerosolbelastung durch die Modifizierung wirklich gemindert werden kann, welche Folgen die Temperatursenkung womöglich auch auf die Lebensdauer der Asphaltdecke hat.