Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs., © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa/Symbolbild

Polizei erfasst 24 «Tumultlagen» im ersten Halbjahr

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen musste im ersten Halbjahr 2022 schon 24 Mal wegen sogenannter Tumultlagen ausrücken. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Antwort des Düsseldorfer Innenministeriums auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion hervor.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021, wo 22 Tumultlagen erfasst worden waren, zeichnet sich damit zunächst keine wesentliche Veränderung ab. In insgesamt sieben Fällen aus dem gesamten Jahr 2021 – mit 35 Tumultlagen – sowie dem ersten Halbjahr 2022 seien Bezüge zur Clankriminalität festgestellt worden, berichtete das Innenministerium.

Eine Tumultlage ist laut Innenministerium «eine polizeiliche Einsatzlage, die durch oder aus einer aggressiv auftretenden Personengruppe hervorgerufen wird, bei der die Anzahl der Personen, ihre Rolle beziehungsweise der Status einzelner Personen beim ersten Einschreiten nicht sofort zu bestimmen ist». Dazu zählen etwa Massenschlägereien.

Tumultlagen werden in NRW seit Anfang 2018 systematisch erfasst – damals waren es sogar 179 Fälle. Im Jahr 2019 wurden 93 und im Jahr darauf 67 Fälle registriert. Für das laufende Jahr sei zu beachten, dass einige Strafverfahren noch in Bearbeitung seien und sich daraus noch Änderungen bei den Daten ergeben könnten, teilte das Innenministerium mit.

Die AfD-Fraktion wollte zudem die Staatsangehörigkeit der an Tumulten Beteiligten wissen. Laut Statistik des Innenressorts für die Jahre 2021 und 2022 war die deutsche Staatsangehörigkeit mit 147 Nennungen – darunter Mehrfacherfassungen – mit großem Abstand am häufigsten vertreten. Nur in jedem zehnten Fall waren die Beteiligten weiblich.