Polizisten entdecken Brand: sechs teils Schwerverletzte

Durch Zufall haben Polizeibeamte in der Nacht zum Mittwoch im Vorbeifahren einen Wohnungsbrand in Kempen am Niederrhein entdeckt. Durch den Brand seien sechs Personen durch Rauchgase verletzt worden, vier davon schwer. Bei einer 65 Jahre alten Bewohnerin könne Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden. Passanten auf der Straße hätten die Streifenwagenbesatzung durch Winken auf das Feuer aufmerksam gemacht, sagte Kempens Feuerwehr-Sachgebietsleiter Andreas Winges am Mittwoch auf Anfrage. Zuvor hatte die «Westdeutsche Zeitung» berichtet.

Gemeinsam mit dem Rettungsdienst seien die noch in dem dreistöckigen Wohnhaus befindlichen Menschen gerettet worden, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Ein 62-jähriger Hausbewohner habe sich am Fenster des Dachgeschosses befunden. Durch das Feuer sei ihm der Fluchtweg abgeschnitten gewesen. Das Streifenteam warf dem Mann eine Atemmaske zu, wodurch er sich gegen die Rauchgase schützen konnte. Die kurz darauf eintreffenden Feuerwehrkräfte retteten den Mann aus dem brennenden Haus.

Die übrigen sieben Bewohner konnten nach Polizeiangaben das Haus eigenständig verlassen. Das Haus sei stark beschädigt und könne derzeit nicht betreten werden. Ein angrenzendes Mehrfamilienhaus sei ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden, hieß es weiter.

An den Löscharbeiten, die bis in den Morgen dauerten, waren laut Feuerwehr insgesamt 110 Einsatzkräfte mehrerer Löschzüge beteiligt. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war zur Unterstützung vor Ort. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf. Wegen der Zerstörung des Hauses könne zur Brandursache noch nichts gesagt werden.