Eingang zum Oberlandesgericht Düsseldorf., © Marius Becker/dpa

Prozess gegen mutmaßlichen Spion startet

Bereits am kommenden Montag muss sich ein deutscher Berufssoldat als mutmaßlicher Spion Russlands vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Das hat eine Gerichtssprecherin am Mittwoch mitgeteilt. Die Bundesanwaltschaft hatte im März gegen den Mann Anklage wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit erhoben.

Der Soldat im Rang eines Hauptmanns soll aus eigenem Antrieb Informationen angeboten und geliefert haben. Der Angeklagte habe beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz als Sachbearbeiter gearbeitet, hieß es. Das Bundesamt ist zuständig für die Ausstattung der Bundeswehr. Dabei geht es auch um die Entwicklung, Erprobung und Beschaffung von Wehrtechnik.

Ab Mai 2023 soll der Mann mehrfach dem Russischen Generalkonsulat in Bonn und der Russischen Botschaft in Berlin eine Zusammenarbeit angeboten und dabei auch schon Informationen weitergegeben haben. Hinweise, dass er dafür im Gegenzug Geld erhalten habe, gebe es nicht.

Beamte des Bundeskriminalamtes hatten den Hauptmann am 9. August in Koblenz festgenommen. Seitdem ist er in Untersuchungshaft. Damals hatten Einsatzkräfte die Wohnung und den Arbeitsplatz des Beschuldigten durchsucht. Der Senat unter Vorsitz von Richter Lars Bachler hat für den Prozess bis 24. Juni sieben Verhandlungstage angesetzt.

Die Ermittlungen seien in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst (MAD) und dem Bundesamt für Verfassungsschutz geführt, hatte die Bundesanwaltschaft damals mitgeteilt.

Quelle: dpa