Ein gesprengter Geldautomat., © Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Mutmaßliche Automatensprenger kündigen Aussagen an

Im Prozess gegen drei mutmaßliche Autodiebe und Geldautomatensprenger haben die Angeklagten Aussagen in Aussicht gestellt. Die Verteidiger kündigten am Freitag vor dem Landgericht Düsseldorf Aussagen ihrer Mandanten für den nächsten Verhandlungstag Ende November an. Bisher haben die Angeklagten zu den Vorwürfen geschwiegen.

Die Staatsanwaltschaft wird den Männern im Alter von 34, 43 und 47 Jahren schweren bandenmäßigen Diebstahl in über 20 Fällen vor. Außerdem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in sechs Fällen. Dabei sollen sie über 450.000 Euro erbeutet haben.

Die angeklagten Männer sollen laut Staatsanwaltschaft Mitglieder einer international agierenden Bande sein, die in Deutschland, Belgien und Luxemburg aktiv gewesen sei. Unter Führung des ältesten Angeklagten sollen Mitglieder der Bande in wechselnder Beteiligung von Mai 2020 bis März 2023 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Geldautomaten gesprengt haben. Die Taten seien in Sinzig, Monschau, Niederkrüchten, Neuss, Mönchengladbach und Hamm verübt worden.

Die Staatsanwaltschaft hält bei dem 47-jährigen Hauptangeklagten eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren für angemessen. Bei einem Geständnis wären es nach Vorstellung der Anklage noch knapp zehn Jahre, wie die Richterin am Freitag während der Verhandlung mitteilte. Bei den beiden Mitangeklagten hält die Staatsanwaltschaft demnach ohne Geständnis Haftstrafen von fünf bis acht Jahren für angemessen.

Laut Anklageschrift sollen die Angeklagten gestohlene Autos als Fluchtfahrzeuge genutzt haben, die zunächst auf einem Waldparkplatz in Troisdorf geparkt worden seien. Zudem sollen Mitglieder der Bande mit gestohlenen Lastwagen in Supermärkten und Tankstellen Tresore aus den Verankerungen gerissen und anderenorts aufgebrochen haben. Als Unterschlupf soll ein Haus in Niederkassel gedient haben. Dort wurde der mutmaßliche Bandenchef am 2. März bei einer Razzia festgenommen.

In einer Aachener Wohnung fanden die Ermittler unter dem Bett eines Mitangeklagten hochexplosiven Sprengstoff, der auch bei den Geldautomatensprengungen eingesetzt worden sein soll. Für den Prozess sind bis zum 20. Dezember sechs weitere Verhandlungstage angesetzt.