Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen., © Roberto Pfeil/dpa

Reul: Sicherheitsbehörden nach Terror in Moskau gewappnet

Nach dem Terroranschlag mit mehr als 130 Todesopfern nahe Moskau sind auch die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen «in Stellung», wie Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf sagte. «Die Gefahr, die vom islamistischen Terror ausgeht, ist auch bei uns abstrakt hoch», stellte der Minister fest. «Nordrhein-Westfalen kann jederzeit Zielscheibe von Terroranschlägen werden.» Die Sicherheitsbehörden seien auf alles gefasst. «Terroristen bekommen, was sie wollen, wenn wir mit Angst durchs Leben gehen. Trotzdem werden wir in diesen Tagen nicht nur wachsam, sondern hellwach sein.»

Aktuell lägen zwar keine Erkenntnisse vor, aus denen sich eine konkrete Gefährdung für Oster-Veranstaltungen ableiten ließen, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Innenministeriums auf dpa-Anfrage. Generell seien allerdings Veranstaltungen anlässlich des Osterfestes aufgrund ihrer Symbolik für christliche Werte ein ideologisch geeignetes Ziel für islamistisch motivierte Täter.

Die Kreispolizeibehörden seien durch das Landeskriminalamt unverzüglich nach dem Anschlag in Russland informiert und sensibilisiert worden, erläuterte das Düsseldorfer Innenministerium. Sie seien gewappnet, um bei Bedarf an den Osterfeiertagen unverzüglich auf eine mögliche Verschärfung der Sicherheitslage zu reagieren. Weiterhin liege in NRW «ein hohes abstraktes Bedrohungs- und Gefährdungspotenzial» des regionalen Ablegers des sogenannten Islamischen Staates in Afghanistan vor, dem «Islamischen Staat Provinz Khorasan» (ISPK).

Besonders in diesen Zeiten sei es wichtig, Polizei und Sicherheitsbehörden mehr Befugnisse an die Hand zu geben, mahnte Reul. «Polizei und Verfassungsschutz können nur vor die Lage kommen, wenn sie Terroristen auch technisch einen Schritt voraus sind.»

Quelle: dpa