Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen., © David Young/dpa/Archivbild

Reul: Verhalten von Aktivisten in Dörfern inakzeptabel

Nach einem offenen Brief von Anwohnern am Tagebau Garzweiler hat Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag Dorfbewohner getroffen und mit ihnen gesprochen. Es sei inakzeptabel, dass Aktivisten durch die Dörfer zögen, Menschen einschüchterten, Scheiben einschlügen und Wände beschmierten, erklärte der Minister. «Das muss und wird ein Ende haben», sagte Reul nach dem Treffen. Anwohner aus den weitgehend leerstehenden Geisterdörfern am Rand des Tagebaus hatten in einem offenen Brief dominantes Auftreten von Aktivisten beklagt.

«Wir haben uns gefreut, dass wir wahrgenommen werden», sagte eine Sprecherin der Anwohnergruppe. Reul und der ihn begleitende Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach hätten sich die Berichte angehört. Nach Angaben der Anwohner gibt es vor Ort Angst, außerdem werde wahrgenommen, dass sich einige Aktivisten radikalisiert hätten. Die Polizei sei nun sehr präsent.

In einem offenen Brief an Landesregierung, Polizei und die Stadt Erkelenz hatte die Anwohner-Gruppe unter anderem einschüchterndes Verhalten von Klimaaktivisten beklagt, außerdem Einbrüche in leerstehende Häuser und Missachtung von privatem Grund.

Entgegen früheren Planungen bleiben fünf, bereits weitgehend verlassene Dörfer am Braunkohletagebau Garzweiler erhalten. Vor der Umsiedlung hatten die Orte etwa 1500 Bewohner, jetzt sind es noch 200. Viele Häuser stehen leer.

Ein Sprecher der Protest-Initiative «Alle Dörfer bleiben» erklärte, es sei nicht in Ordnung, dass Menschen in leerstehenden Häusern gewesen seien. Er könne aber nicht bestätigen, dass es so schlimm sei, wie dargestellt. Graffiti an Häusern werde entfernt, zwei eingeworfene Fensterscheiben würden ersetzt.