Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder (l) im Gespräch mit Schalkes Cheftrainer Frank Kramer., © Tim Rehbein/dpa/Archivbild

Druck auf Schalke schon früh groß: Kramer fordert Reaktion

Beim Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 ist der Druck schon früh in der Saison wieder groß. Wie Trainer Frank Kramer am Freitag berichtete, hatte er in den vergangenen Tagen viel Arbeit, das üble 1:6 gegen Union Berlin am vergangenen Spieltag zu verdauen. «Natürlich muss man das erstmal wegstecken», sagte Kramer über die Gespräche mit seinen Spielern in den vergangenen Tagen und forderte für die Partie am Samstag (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart eine Reaktion: «Der Blick muss erstmal nach vorne gerichtet sein. Das ist wichtiges Spiel für uns. Da wollen wir ein anderes Gesicht zeigen. Wir werden alles dafür tun, zu punkten.»

Nach vier Spieltagen ist der Revierclub noch sieglos und steckt schon früh im Tabellenkeller. Befürchtungen, es mangele dem Kader an Qualität und Schnelligkeit wiesen Sportchef Rouven Schröder und Kramer aber zurück. «Wir sind überzeugt davon, dass diese Geschwindigkeit ausreicht», sagte der Schalke-Coach. «So ist der Kader jetzt aufgestellt. Wir sind total damit einverstanden, wie es jetzt ist. Und jetzt müssen wir etwas daraus machen.»

Im Umfeld hatte es für Verwunderung gesorgt, dass Schröder am Donnerstag zum Ende der Transferfrist in Kenan Karaman noch einen weiteren Angreifer verpflichtet hatte. Mit fehlendem Vertrauen in Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde und den Ex-Bochumer Sebastian Polter, die beide noch torlos sind, habe dies aber nichts zu tun, befanden Schröder und Kramer. «Im Leistungssport nennt man es Konkurrenzkampf», befand der Chefcoach, der indes selbst andeutete, dass der frühere Düsseldorfer Bundesliga-Stürmer Karaman beim VfB noch nicht spielen werde: «Ich möchte das erstmal mit dem Spieler besprechen.»

Neben kritischen Fragen zur Zusammenstellung des Kaders muss Schröder sich derzeit auch mit einer anderen unangenehmen Angelegenheit beschäftigen: Dem angeblichen Interesse im Sommer an Trainer Thomas Reis vom Nachbarn VfL Bochum. Laut Medienberichten soll Reis nach dem Aufstieg der Schalker bereits ein unterschriftsreifer Vertrag vorgelegen und der 48-Jährige beim VfL um Freigabe gebeten habe. Reis dementierte dies bereits – Schröder indes nicht. Der Schalker Sportchef wollte den Vorgang schlichtweg nicht kommentieren. «Als Schalke 04 äußern wir uns grundsätzlich nicht über andere Vereine», sagte Schröder am Freitag.

Auch Kramer, der demnach nicht Schröders erste Trainerwahl gewesen sein dürfte, gab sich zu dem Thema auffallend schmallippig: «Ich beschäftige mich wenig mit Dingen, die vor meiner Zeit passiert sind.» Mit den aktuellen Aufgaben hat der 50-Jährige derzeit auch mehr als genug zu tun.