Eine junge Frau hält ein Smartphone in der Hand., © Fabian Sommer/dpa/Illustration

SPD will sexualisierte Gewalt und Sexismus im Netz bekämpfen

Wenn Kinder, Jugendliche, Frauen oder queere Menschen Opfer von sexualisierter Gewalt und Sexismus im Internet werden, sollen sie nach dem Willen der SPD im NRW-Landtag bessere Hilfe bekommen. Dafür fordert die Fraktion von der Landesregierung unter anderem eine zentrale Beratungsstelle und ein Gesamtkonzept über die Ressorts hinweg. Hasskommentare im Netz bedrohten die Debattenkultur, sagte die medienpolitische Fraktionssprecherin Ina Blumenthal am Dienstag in Düsseldorf. Die Gefahr sei, dass sich Betroffene nicht mehr öffentlich äußern. Gerade Mädchen und Frauen sowie Menschen der sogenannten LGBTIQ-Community – also zum Beispiel Schwule, Lesben und Transpersonen – seien besonders betroffen.

In ihrem Antrag, den die Fraktion am Donnerstag im Landtag einbringen will, fordert sie darüber hinaus, schon in den Schulen vermehrt aufzuklären und auch Eltern stärker einzubeziehen. Ferner sollten neben Lehrkräften Polizisten und Polizistinnen fortgebildet werden.

Die SPD verwies unter anderem auf eine Forsa-Studie zu Hatespeech für die Landesanstalt für Medien NRW, bei der fast 80 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer ab 14 Jahren angegeben hätten, schon einmal Hasskommentaren im Internet begegnet zu sein. Die Folgen seien zum Beispiel körperliche Angstreaktionen und psychisches Leid. Besonders betroffen seien Mädchen, die sich in sozialen Medien politisch etwa zu Themen wie Gleichstellung und Rassismus äußerten.