Ortsschild von Hattingen., © Dieter Menne/dpa

Swingerclub soll Flüchtlingsheim werden

In Hattingen im südlichen Ruhrgebiet könnte ein Swingerclub bald schließen und zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden. Dagegen regt sich jetzt Protest vonseiten der Stammgäste des Clubs. Einer Online-Petition zum Erhalt des Clubs hatten sich bis Freitagnachmittag fast 600 Menschen angeschlossen. Die Entscheidung, den Club zu schließen, liege aber ganz allein beim Betreiber, der auch Eigentümer der Immobilie sei, hieß es im Rathaus. «Wir haben da nichts untersagt. Könnten wir auch gar nicht, es gibt eine Genehmigung für den Betrieb», sagte eine Sprecherin der Stadt.

«Der Eigentümer möchte das Objekt verkaufen und sich aus dem Geschäft zurückziehen», so die Sprecherin. «Wir haben Interesse an der Immobilie und uns das Gebäude auch schon angeschaut. Dort war auch früher schon mal eine Flüchtlingsunterkunft. Es hat Platz für 60 Geflüchtete.» Zurzeit seien Geflüchtete in Hattingen in Containern untergebracht.

Derzeit wird der Betrieb des Clubs noch fortgesetzt. Für eine Motto-Veranstaltung an diesem Freitag hieß es auf der Homepage: «Ausverkauft». «Der Club hat viele Menschen zusammengebracht und bietet einen sicheren Raum für Ausdruck und Entdeckung» – steht in der Online-Petition, in der gefordert wird, den Club zu erhalten. Es sei ein wichtiger sozialer Treffpunkt: «Es wäre ein großer Verlust für unsere Gemeinschaft, wenn er verschwindet.»

Man sei nicht gegen die Unterbringung von Flüchtlingen – bestimmt lasse sich dafür aber eine andere Immobilie finden, hieß es. «Es ist der beste Swingerclub in NRW» schreibt eine Besucherin und eine weitere Person: «Hier wird Toleranz großgeschrieben.»

Quelle: dpa