Die Tanzgarde der Karnevalsfreunde der Katholischen Jugend aus Düsseldorf steht auf der Bühne., © Rolf Vennenbernd/dpa

Tusch kann Brücke sein: Gemeinsame Köln-Düsseldorfer Sitzung

Köln und Düsseldorf, das ist wohlgepflegte Rivalität: Kölsch oder Alt, Landeshauptstadt oder Millionenstadt, «Effzeh» oder Fortuna. Alles ganz sensible Themen. Umso überraschender, dass beide Städte nun bei einer Sache zusammengefunden haben, die an beiden Standorten besonders ernst genommen wird – bei einer Karnevalssitzung.

Am Mittwochabend haben zwei große Karnevalsgesellschaften unter dem Titel «Alaaf & Helau» eine gemeinsame Sitzung gefeiert. Das offizielle Ziel lautete dabei «eine Brücke zwischen den Rivalen» zu bilden und zu «vereinen». Gefeiert wurde – man konnte sich schwerlich in der Mitte treffen – in Köln. Die Stimmung war gut, allerdings waren nicht alle Stühle besetzt, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Die Pläne hatte es schon länger gegeben, Corona hatte sie durchkreuzt.

«Wir haben auch das Programm 50 zu 50 aufgeteilt nach Düsseldorfer Künstern und Kölner Künstlern», sagte Joachim E. Zöller, Präsident der auf Kölner Seite verantwortlichen Karnevalsgesellschaft Die Grosse von 1823 vor der Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur. Ebenfalls eingeladen waren sowohl das Düsseldorfer Prinzenpaar als auch das Kölner Dreigestirn.

Zöller äußerte sich sehr lobend über die Düsseldorfer Kollegen, mit denen das Programm gestaltet worden war, die Karnevalsgesellschaft Allgemeiner Verein der Karnevalsfreunde. Auch wenn er hinzufügte: Die «Hochburg» des Karnevals sei aus seiner Sicht «schon» in Köln.

Ausgeschenkt wurde auch nur Kölsch, kein Alt. Die Verantwortlichen begründeten das mit den Gegebenheiten in der Gastronomie des genutzten Festsaals. Geplant ist allerdings, dass die Sitzung bei einer Neuauflage in Düsseldorf stattfinden könnte.