Eine Frau gibt ihre Stimme bei den Präsidentschaftswahlen in der Slowakei ab., © Petr David Josek/AP/dpa

Slowakei: Stichwahl um Präsidentschaft

Die Frage, wer in der Slowakei neues Staatsoberhaupt wird, entscheidet sich erst am 6. April in einer Stichwahl. Dann werden der von der liberalen Opposition unterstützte Ex-Außenminister und Diplomat Ivan Korcok und der zum Regierungslager gehörende sozialdemokratische Parlamentspräsident Peter Pellegrini gegeneinander antreten.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl gewann Korcok nach dem Endergebnis mit 42,5 Prozent, wie aus den am Sonntag von der staatlichen Wahlkommission veröffentlichten offiziellen Endergebnissen hervorgeht. Pellegrini kam demnach auf 37,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte 51,9 Prozent.

Die Ergebnis-Auszählung ging unerwartet spannend zu Ende. Zunächst führte der zum Regierungslager gehörende sozialdemokratische Parlamentspräsident Peter Pellegrini deutlich vor dem von der liberalen Opposition unterstützten Ex-Außenminister und Diplomaten Ivan Korcok. Nach Auszählung der letzten Wahlbezirke drehte sich das Ergebnis nach Mitternacht aber zugunsten Korcoks um.

Pellegrini und Korcok in Stichwahl um Präsidentschaft

Drittstärkster Kandidat wurde der prorussische Nationalist und ehemalige Justizminister Stefan Harabin mit 11,7 Prozent. Offiziell bestätigt werden soll das Wahlergebnis bis Sonntagmittag. Die amtierende Präsidentin Zuzana Caputova verzichtete trotz ihrer noch immer großen Beliebtheit auf die Kandidatur für eine zweite fünfjährige Amtszeit.

Korcok hatte im Wahlkampf versprochen, ein Gegengewicht zur linksnationalistischen Regierung unter Ministerpräsident Robert Fico zu sein. Pellegrini hatte hingegen mit dem Slogan «Die Slowakei braucht Ruhe!» für ein Überwinden der tiefen innenpolitischen Spaltung geworben.

Auch die Haltung zum russischen Angriffskrieg gegen das Nachbarland gehört zu den Konfliktthemen, die Politik und Gesellschaft des Landes spalten. Das EU- und Nato-Land Slowakei grenzt direkt an die Ukraine. Korcok tritt für eine entschlossene militärische Unterstützung der Ukraine ein. Pellegrini mahnt hingegen bei Waffenlieferungen zur Vorsicht und beruft sich dabei auf den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz.

Quelle: dpa