Blick auf die Fassaden von Wohnhäusern., © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Umfrage: Wohnen für jeden Zweiten in NRW deutlich teurer

Steigende Mieten und Immobilienpreise, hohe Nebenkosten: Das Wohnen ist in Nordrhein-Westfalen nach einer aktuellen Umfrage deutlich teurer geworden und zwingt zahlreiche Bürger zu Einschränkungen.

Nach der am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Infratest-Dimap-Umfrage im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) berichtete mehr als jeder zweite Befragte, dass seine Wohnausgaben in den vergangenen drei Jahren stark (32 Prozent) oder sehr stark (19) gestiegen seien. Mehr als ein Viertel der Menschen (29 Prozent) gaben an, dass sie sich wegen der Wohnkosten bei anderen Ausgaben stark oder sehr stark einschränken müssten.

Befragt wurden 1185 Menschen per Telefon und online vom 17. bis 20. Oktober. Der WDR sendet am Mittwochabend eine Dokumentation zum Thema unter dem Motto «Wie wohnt NRW?» (20.15, WDR Fernsehen).

Die vielfach gestiegenen Wohnkosten belasteten die Haushaltsbudgets, so der WDR. Bei insgesamt 55 Prozent der Befragten lägen die Wohnkosten laut der Umfrage über dem empfohlenen Höchstanteil von 30 Prozent des Haushaltseinkommens. Ein Drittel der Befragten hätten angegeben, dass sie 30 bis 40 Prozent ihrer Einkünfte für das Wohnen aufwenden müssten, gut ein Fünftel (22 Prozent) bezahlen sogar mehr als 40 Prozent ihrer Einkünfte für Miete oder Hypothek und Nebenkosten.

Teurer ist das Wohnen laut der Umfrage für Mieter genauso wie für Eigenheimbesitzer geworden. In beiden Gruppen klagte rund jeder zweite über deutliche Zuwächse. Teurer wurde es dabei nicht nur in größeren Städte ab 100.000 Einwohnern, sondern auch in Kleinstädten unter 20.000 Einwohnern. Dort berichteten sogar 62 Prozent der Befragten über sehr starke (28 Prozent) oder starke (34 Prozent) Ausgabensteigerungen in den vergangenen drei Jahren.