Vor dem Wochenende wurde einige Menschen aus Gefahrenzonen in Sicherheit gebracht. , © Elia Bianchi/KEYSTONE/TI-PRESS/dpa

Erdrutsch und weiter Unwettergefahr in der Schweiz

In den Schweizer Ferienkantonen Graubünden und Tessin hat es das dritte Wochenende in Folge heftig geregnet. Im Südtessin hat die Polizei einen Autobahnabschnitt auf der Gotthardroute Richtung Norden vorübergehend gesperrt, wie sie auf Twitter berichtete. Dort musste ein Hang gesichert werden, der abzurutschen drohte. 

Die A2 ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, die von der deutschen Grenze bei Basel über Luzern und durch den Gotthardstraßentunnel sowie Lugano bis nach Chiasso an der italienischen Grenze verläuft. Der Verkehr wurde umgeleitet.

 

Auch die Zufahrtsstraße zum Tal Valle di Muggio wurde nach Feuerwehrangaben durch einen Erdrutsch verschüttet. Über Vermisste oder Verletzte gibt es keine Informationen. In dem Tal unweit der italienischen Grenze liegen neun kleine Dörfer. 

Für das Tessin und Graubünden gilt bis heute Abend Gefahrenstufe drei von fünf. Behörden rufen die Menschen auf, sich von Gewässern und steilen Hängen fernzuhalten und nicht in Tiefgeschosse zu gehen, die bei Überschwemmungen schnell volllaufen könnten. 

Schon zwei Katastrophenwochenenden

Vor einer Woche waren bei Erdrutschen und Überflutungen durch angestaute Bergflüsse allein in der Region Maggiatal im Tessin sechs Menschen umgekommen, darunter drei Frauen aus Baden-Württemberg. Vor zwei Wochen waren im Misoxtal in Graubünden vier Menschen von Wassermassen fortgerissen worden. Nur eine konnte lebend geborgen werden. 

Im Südtessin an der Grenze zu Italien fielen 110 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden, davon 48 Liter innerhalb von zwei Stunden, wie der Wetterdienst MeteoSchweiz berichtete. Erst heute Abend soll der Regen nachlassen. Auch in Graubünden regnete es heftig.

Menschen mit Hubschrauber in Sicherheit gebracht

In der Region des Maggiatals haben Rettungskräfte vor dem neuen Regen neun Menschen mit Hubschraubern vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. Andere zogen vorübergehend zu Verwandten und Freunden. 

Vor zwei Wochen war in Graubünden eine andere wichtige Autobahn, die A13 auf der San Bernardino-Route, nach heftigem Regen unterspült und teils fortgerissen worden. Das Bundesamt für Straßen hat je eine Spur schnell repariert und am Freitag für den Verkehr freigegeben. 

 

 

Quelle: dpa