Der Firmenname des Immobilienkonzerns «Vonovia» steht auf einem Schild., © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Vonovia-Chef: Adler-Übernahme ist vom Tisch

Für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia kommt eine Übernahme des angeschlagenen Konkurrenten Adler Group nicht mehr in Betracht. «Die Märkte haben sich verändert und deswegen ist für uns die ursprüngliche Überlegung, die Adler Group zu übernehmen, definitiv vom Tisch», sagte Unternehmenschef Rolf Buch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Die Entscheidung von damals könne man deshalb auch kritisch hinterfragen.

Vonovia wurde vor einigen Monaten größter Aktionär beim Branchenrivalen Adler Group, der in schweres Fahrwasser geraten war. Vonovia sicherte sich im Wege der Pfandverwertung einen Anteil von 20,5 Prozent an dem Konkurrenten.

Adler ist in das Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geraten, nachdem die Immobiliengesellschaft im Oktober erstmals unter Druck des Leerverkäufers Fraser Perring geraten war. Sein Researchdienst Viceroy hatte schwere Vorwürfe gegen Adler erhoben, darin ging es unter anderem um die Bewertung von Immobilienprojekten. Adler hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Am Montag teilte die Finanzaufsicht Bafin mit, dass die Jahresbilanz 2019 der Adler Real Estate fehlerhaft sei. Der Wert eines Projekts zur Entwicklung einer ehemaligen Glashütte in Düsseldorf sei mit 375 Millionen Euro etwa doppelt so hoch angesetzt worden wie der Marktwert. Adler hält hingegen an der vollumfänglichen Richtigkeit und Ordnungsmäßigkeit des testierten Konzernabschlusses für 2019 fest und will Rechtsmittel gegen den Bescheid der Bafin einlegen.

Adler hatte Ende April trotz der Verweigerung des Testats durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG Zahlen für 2021 vorgelegt – dabei war wegen hoher Abschreibungen ein Milliardenverlust angefallen. Für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 steht KPMG nicht mehr als Wirtschaftsprüfer zur Verfügung.