Meral Sahin, Vorsitzende der IG Keupstraße, wird vor dem Eingang eines Juweliers in der Keupstraße von Mitarbeiterin Kübra Karatas (r) begrüßt., © Rolf Vennenbernd/dpa

Wüst bittet Bewohner der Kölner Keupstraße um Entschuldigung

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Bewohner der Kölner Keupstraße, die nach einem rechtsextremistischen Anschlag vor 20 Jahren zunächst als Täter verdächtigt worden waren, um Entschuldigung gebeten. Wüst sagte am Sonntag bei einer Gedenkfeier zum 20. Jahrestag des NSU-Anschlags, ihn erfülle das damalige Geschehen mit Scham. «Es ist die wichtigste Aufgabe eines Staates, Menschen zu schützen. Vor 20 Jahren hat unser Staat gleich doppelt versagt.»

Er habe den Anschlag, bei dem 22 Menschen teils schwer verletzt worden seien, nicht verhindert und danach die Opfer als Täter verdächtigt. «Als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen richte ich mich deshalb an alle, denen so lange nicht geglaubt wurde und die ins Visier der Ermittler gerieten, obwohl sie selber Opfer waren. Ich bitte Sie um Entschuldigung», sagte Wüst.

Die beiden NSU-Mörder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten am 9. Juni 2004 in der türkisch geprägten Keupstraße im Stadtteil Mülheim eine Nagelbombe explodieren lassen. Die Polizei suchte die Täter anschließend jahrelang in der türkischen Community. Erst sieben Jahre später stellte sich heraus, dass die Rechtsterroristen des selbst ernannten «Nationalsozialistischen Untergrunds» für die Tat verantwortlich waren.

Quelle: dpa