Die Rettungsmedaille ist bei der Verleihung der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen zu sehen., © David Young/dpa

Wüst ehrt 14 mutige Helfer: Ein Beschützer starb

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat am Freitagabend 14 mutige Menschen mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. «Sie haben nicht weggeschaut, sondern hingesehen», sagte er laut vorab verbreitetem Redetext im Düsseldorfer Ständehaus. Die elf ausgezeichneten Männer und drei Frauen hätten ihr eigenes Leben riskiert, um das anderer Menschen zu retten. «Sie haben das Richtige getan. Sie haben Herausragendes geleistet», hob Wüst hervor. «Sie sind Vorbilder für uns alle.» Seit 1951 ist die Rettungsmedaille 1391 Mal verliehen worden.

Vater stirbt beim Einsatz für eine Mitarbeiterin in Not

Unter den Geehrten dieses Jahres ist ein besonders tragischer Fall: Im November 2022 eilt der Tankstellen-Pächter Jochen Naßmacher in Lengerich einer Mitarbeiterin zu Hilfe, als sie von einem Mann bedrängt wird. Daraufhin zieht der Angreifer ein Messer und sticht mehrfach auf Naßmacher ein. Ein Polizeibeamter, der zufällig in die Tankstelle kommt und Zeuge des Angriffs wird, erschießt den Täter. Naßmacher stirbt aber zwei Tage später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

Die posthume Ehrung wurde am Freitag von seinem Sohn Rico und seinem Bruder Frank entgegengenommen. «Eine Medaille wie diese kann Ihren Schmerz sicher nicht lindern, aber wir alle können Ihrem Vater, Ihrem Bruder ein ehrendes Andenken bewahren», sagte Wüst.

Retter bewahrt Frau mit eigenen Händen vor Absturz vom Brückengeländer

Zu den Geehrten zählt auch Kushtrim Hetemi aus Würselen: Er ist im Juni 2021 auf dem Heimweg auf der A544, als er eine Frau sieht, die sich nur noch mit ihren Händen an der Autobahnbrücke festhält. «Er hat einen mutigen Plan», hob Wüst laut Mitteilung hervor. Mit einem um seinen Bauch befestigten Füllschlauch aus seinem Firmenwagen will Hetemi sich zu der Frau hinab seilen, um sie zu bergen. Dann verlässt einen der beteiligten Helfer die Kraft: Er kann den Arm der inzwischen bewusstlosen Frau nicht mehr halten und lässt ihn los.

«Kushtrim Hetemi beweist jetzt eine unglaubliche Stärke und hält mit beiden Händen die Frau alleine fest», würdigt Wüst den dramatischen Einsatz. Als professionelle Rettungskräfte eintreffen, kann er die Frau weitgehend unverletzt auf ein Sprungpolster hinabfallen lassen. «Ohne das Eingreifen von Kushtrim Hetemi wäre die Frau von der Brücke gestürzt», stellte Wüst fest.

Mann rettet Hundebesitzerin vor tödlichen Bissen

Ein weiterer Helfer rettete eine Frau davor, von ihrer eigenen Dogge totgebissen zu werden. Im Dezember 2021 sieht Günter Wagner aus Blankenheim, wie sich das etwa 50 Kilogramm schwere Tier auf einem Wanderparkplatz in seine am Boden liegende Besitzerin verbeißt. Mit zwei leeren Reserve-Kanistern und ganzer Kraft wagt er sich in den Nahkampf mit dem Schwergewicht, bis das Tier in den Wald läuft. «Ohne den mutigen und selbstlosen Einsatz von Günter Wagner hätte die Frau den Angriff ihres Hundes wahrscheinlich nicht überlebt», lobte Wüst. Auch der Retter selbst habe sich der Lebensgefahr ausgesetzt.

Kommissare retten Verdächtigen nach Flucht-Sprung aus eiskaltem Kanal

Am Dortmund-Ems-Kanal wurden zwei Polizeikommissare zu Rettern in höchster Not: Eigentlich sind sie einem mutmaßlichen Einbrecher auf den Fersen, der auf der Flucht kopfüber in den Kanal springt, bevor sie ihn zu fassen bekommen. Als er offensichtlich zu ertrinken droht, springt der Osnabrücker Kommissar Fabian Heeke in das acht Grad kalte Wasser, taucht nach dem Mann und bekommt ihn schließlich zu fassen. Sein Kollege Heinz-Hermann Grabe aus Nottuln sorgt mit einer Taschenlampe für besseres Licht und hilft, den völlig entkräfteten Mann ans Ufer zu ziehen. Für ihren gemeinsamen Einsatz erhält Heeke die Rettungsmedaille und Kommissar Grabe eine Belobigung für seine Unterstützung.

Darüber hinaus wurden mehrere selbstlose Helfer ausgezeichnet, weil sie Menschen aus brennenden Häusern gerettet haben.

Quelle: dpa