Windenergieanlagen stehen auf einem Feld., © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Wüst: Niemand bekommt ein Windrad vor die Haustür gesetzt

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist Befürchtungen entgegengetreten, dass mit dem Ausbau der Windkraft die Windräder künftig direkt vor Häusern stehen könnten. «Wir werden über die Landesplanung dafür sorgen, dass niemand einfach ein Windrad vor die Haustür gesetzt bekommt», sagte Wüst der «Bild»-Zeitung (Freitag). Für den Windkraftausbau würden daher zum Beispiel verstärkt vom Borkenkäfer geschädigte Waldflächen genutzt. Es würden auch Solaranlagen an Autobahnen und entlang von Eisenbahnlinien sowie auf Dächern der öffentlichen Verwaltung errichtet. «Da wird noch eine Menge passieren», sagte der CDU-Politiker.

Auf die Frage, ob ihm Windräder vor seiner Haustür im münsterländischen Rhede gefallen würden, sagte Wüst: «Da gibt es heute schon sehr viele.» Windräder gehörten inzwischen an vielen Stellen zum Landschaftsbild, «ohne dass es die Menschen noch stört». In seinem Heimatkreis Borken seien die Menschen stolz darauf, einen großen Teil der verbrauchten Energie selbst zu erzeugen und in der Region damit Geld zu verdienen.

Die schwarz-grüne Landesregierung hatte Ende 2022 einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, der die Abschaffung der pauschalen 1000-Meter-Abstandsregel zwischen vollständig erneuerten sogenannten Repowering-Anlagen und Wohngebäuden vorsieht. Der Mindestabstand zwischen Windanlagen und Wohngebieten ist ein jahrelanges Streitthema und behindert nach Ansicht von Umweltverbänden den Ausbau der Windenergie.

Das Wirtschaftsministerium hatte kurz vor Jahresende per Erlass zusätzliche Flächen für den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie aktiviert. Künftig können Windenergieanlagen auch auf geschädigten Waldflächen und in anderen Nadelholzwäldern errichtet werden. Laut schwarz-grünem Koalitionsvertrag sollen in den kommenden fünf Jahren in NRW mindestens 1000 zusätzliche Windkraftanlagen errichtet werden. Nach vorläufigen Zahlen des Landesverbands Erneuerbare Energien (LEE) NRW sind 2022 in NRW 98 neue Windenergieanlagen in Betrieb genommen worden und damit mehr als in den beiden Vorjahren.