xHamster will mit Behörden weiter über Jugendschutz reden

Im jahrelangen Streit mit der Medienaufsicht um einen besseren Jugendschutz signalisiert der Pornoanbieter xHamster nun doch Kompromissbereitschaft. Die Ziele des Jugendmedienschutzes würden «uneingeschränkt geteilt», teilte das Unternehmen mit Sitz auf Zypern am Montag mit. Man wolle mit der zuständigen Landesanstalt für Medien (LfM) Nordrhein-Westfalen weiter über «wirksame und rechtlich zulässige technische Schutzmaßnahmen» reden.

Die LfM wirft xHamster und anderen großen Pornoportalen seit Jahren vor, ihren Angeboten keinen wirksamen Jugendschutz vorzuschalten. Jahrelang habe das Pornoportal alle Kontaktversuche der deutschen Behörde einfach unbeantwortet gelassen. Als die LfM eine Netzsperre für xHamster erwirken konnte, umging das Portal dies mit einem einfachen Trick: Das Unternehmen fügte in der Domain einen Buchstaben hinzu und ließ die Sperre so ins Leere laufen. Mitte Juli sollte dann aber ein erstes Gespräch von Vertretern der Aufsichtsbehörde und des Pornoportals stattfinden.

Die Medienaufseher wollen die Pornoanbieter dazu verpflichten, ihren Angeboten eine wirksame Altersverifikation vorzuschalten. Die Pornoindustrie befürchtet Reichweiteneinbrüche, wenn Nutzer für den tabubehafteten Pornokonsum gezwungen wären, für die Alterskontrolle ihre Daten einzugeben.

Eine Lösung könnte in der Entwicklung von technischen Möglichkeiten bestehen, mit denen Nutzer bei Pornoportalen ihr Alter nachweisen könnten ohne allzu viele persönliche Daten preisgeben zu müssen, sagte ein Sprecher von xHamster.

Die Landesanstalt für Medien in Düsseldorf äußerte sich am Montag auf Nachfrage zunächst nicht zu dem Vorstoß.