Ein Tigergecko sitzt im Kölner Zoo auf einem Baumstamm., © Oliver Berg/dpa

Der Gecko ist das Zootier des Jahres

Der Gecko ist das Zootier des Jahres 2024. Das wendige Tierchen tritt damit die Nachfolge von Krokodil, Pustelschwein und Ara an, wie die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) am Mittwoch im Zoo von Köln bekannt gab. «Wir brauchen wirksame Instrumente und eine gute Zusammenarbeit, um bedrohte Geckoarten zu erhalten», forderte Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), die Schirmherrin der Aktion ist und sich in Köln ein Bild von gefährdeten Geckos machte.

Denn so cool und ungerührt der Gecko auch oft aussieht – ihm geht es weltweit betrachtet nicht gut. Die Kletterkünstler werden unter anderem Opfer eines Gerüchts, das ihnen besondere Heilkräfte zuschreibt. Dafür gibt es nach Angaben der Zootier-des-Jahres-Macher zwar keinerlei wissenschaftliche Beweise – aber die Nachfrage nach den angeblichen Medikamenten steige. Geckos würden zu Pulver zermahlen, als Tee aufgebrüht oder in Alkohol eingelegt. Besonders die «charismatischen» Tokehs – eine einst weitverbreitete Geckoart – seien stark betroffen. Manche Arten, wie der Goldgecko, werden auch gejagt, um sie zu verspeisen. Sie gelten mancherorts als Delikatesse. Auch leiden Geckos unter dem Verlust von Lebensräumen und sind vom Klimawandel bedroht.

Dabei haben die Geckos eine große Geschichte hinter sich. Seit 50 Millionen Jahren besiedeln sie die Erde und gehören damit zu den ältesten Tieren der Welt. Außer in der Antarktis kommen Geckos auf allen Kontinenten vor. An ihren Füßen besitzen sie Haftlamellen mit Millionen feiner Härchen mit deren Hilfe sie sogar an senkrechten Glasscheiben und an der Decke laufen können. Und bei einer Bedrohung können sie ihren Schwanz abwerfen, ein besonderer Kniff.

Beim Zootier des Jahres geht es den Machern um den Artenschutz. Die Kampagne wurde 2016 ins Leben gerufen, um sich für stark gefährdete Tierarten einzusetzen, die nicht so bekannt sind oder deren Bedrohung selten besprochen wird. «Damit keine Tiergruppe zu kurz kommt, wechseln wir immer zwischen Fell, Federn und Schuppen ab», erläuterte Projektkoordination Viktoria Michel.

Mit der Wahl der Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) sollen konkrete Artenschutzprojekte unterstützt werden – etwa in Vietnam.

Quelle: dpa